Die ASJ Ostsachsen ist dem SPD-Unterbezirk Dresden angegliedert.

Dementsprechend setzen wir lokale Schwerpunkte für die Landeshauptstadt, aber ebenso für den gesamten ostsächsischen Raum.

Der Vorstand der ASJ Ostsachsen trifft sich in regelmäßigen Abständen, mindestens einmal im Quartal an wechselnden Orten, derzeit - aufgrund der aktuellen Umstände - online. Unsere Sitzungen sind stets mitgliederoffen, was aber keineswegs heißt, dass wir unter uns bleiben wollen! Im Gegenteil sind alle Interessenten willkommen und aufgefordert mitzuwirken - Nichtparteimitglieder bitten wir lediglich um eine kurze vorherige Anmeldung. Das funktioniert gut und hat sich bei uns seit langem bewährt. Also, bitte keine Scheu!

Zusätzlich bieten wir die Möglichkeit eines Newsletters, mit dem wir Sie auf unsere Vorstandssitzungen und sonstige Veranstaltungen aufmerksam machen und zum Stand unserer Diskussionen auf dem Laufenden halten wollen. Er erscheint je nach Anlass, in der Regel quartalsweise. Sie können sich unten auf dieser Seite anmelden oder einfach per Email Kontakt mit uns aufnehmen: asj-ost@spd-sachsen.de.

Vorstand

Der Vorstand der ASJ Ostsachsen setzt sich wie folgt zusammen:

  • Andreas Ueberbach (Vorsitzender),
  • Christa Diddens, Peter May (stellvertretende Vorsitzende),
  • Mike Sturm, Matthias Ketzer, Tobias Melzer (Beisitzer/innen).

Unser langjähriges Mitglied Frau Rechtsanwältin Dr. Cordula Heß ist plötzlich und unerwartet gestorben. Wir trauern um sie! Ihrer Familie und den Angehörigen gilt unser Beileid!

 

Pressemitteilung vom 17. Februar 2021

„Lassen Sie uns aus der Not eine Tugend machen, Herr Piwarz!“

Der sächsischen Schulpolitik fehlt es nach Ansicht der Arbeitsgemeinschaft der sozialdemokratischen Juristinnen und Juristen (ASJ) in Ostsachsen derzeit an vielem: an hinlänglichen Konzepten, an klarer politischer Führung und an einem verantwortungsvollen Gestaltungswillen. Helfen könne da ein ordentlicher landesgesetzlicher Orientierungsrahmen, der zugleich den Anstoß gibt zur Bewältigung der Pandemiefolgen im schulischen Bereich. An dieser Stelle setzt die ASJ Ostsachsen mit ihrem Vorschlag einer Änderung des Sächsischen Schulgesetzes an. So will sie die politisch Verantwortlichen zu einem sofortigen Umdenken bewegen.

„Seit einem Jahr befinden sich die sächsischen Schulen im Krisenmodus“, meint Andreas Ueberbach, Vorsitzender der ASJ Ostsachsen. „Doch die betroffenen Schülerinnen und Schüler, ihre Eltern und auch die Lehrerinnen und Lehrer fühlen sich nicht genügend ernstgenommen. Denn für das Sächsische Kultusministerium scheint es nur die Wahl zwischen Präsenzunterricht und Ausnahmezustand zu geben. Wir wollen das so nicht hinnehmen und fordern nach eingehender Diskussion mit Betroffenen eine vernünftige Rechtsgrundlage für den Fernunterricht jenseits des infektiologischen Notstandsrechts.

In Sachsen existiert für den gegenwärtig praktizierten Fernunterricht keine rechtssichere, parlamentarisch legitimierte Regelung. Das in der Sächsischen Verfassung verankerte Recht auf Bildung wird derzeit viel zu oft unzureichend verwirklicht, nämlich nur abhängig von den zufälligen Umständen des Einzelfalls. Uns erscheint es da nicht richtig, so weit wie möglich am Präsenzunterricht festzuhalten. Anstatt dass sich der fachlich versierte Verwaltungsapparat mit dem Fernunterricht und dem Einsatz digitaler Technik gründlich auseinandersetzt, heißt es im Ministerium offenbar nur: ‚Augen zu und durch!’. Dabei wissen wir nicht, wie lange und wie oft wir noch auf derartige Alternativen zum Präsenzunterricht angewiesen sind. Es fehlen verbindliche Grundlagen und gute Kontrollmechanismen.“

Nach Ansicht der sozialdemokratischen Juristinnen und Juristen verlassen sich die Verantwortlichen bisher zu sehr darauf, dass sich die Betroffenen selbst behelfen. „Mit viel Engagement und starkem Willen versuchen die betroffenen Schülerinnen und Schüler sowie ihre Eltern und Lehrkräfte, die Krise bestmöglich zu meistern“, so Ueberbach. „Das kann aber nicht verhindern, dass viele von ihnen durchs Raster fallen. Und das trifft vor allem die Schwächsten. Ein solcher Umgang mit unseren Kindern und Jugendlichen ist eines demokratischen Rechtsstaates und einer fortschrittlichen Bildungsgesellschaft nicht würdig.“

Ueberbach formuliert in dieser Hinsicht einen konkreten Vorschlag: „In unseren Diskussionen haben wir Gewerkschafts-, Eltern- und Schülervertreter eingebunden und einen Gesetzentwurf zur Änderung des Sächsischen Schulgesetzes erarbeitet, der es ermöglicht, die beschriebenen Probleme anzugehen.“

Ziel des Gesetzentwurfes sei es, den Erziehungs- und Bildungsauftrag der Schulen möglichst gleichmäßig und qualitativ hochwertig unter den besonderen Bedingungen der fehlenden schulischen Präsenzzeit zu verwirklichen. Zur Wahrung der Chancengleichheit sollen Mindeststandards der Unterrichtsqualität gewährleistet werden. Werde die schulische Präsenzpflicht auf Grundlage des Landesschulgesetzes vorübergehend außer Kraft gesetzt, habe das nach der angestrebten Neufassung des Sächsischen Schulgesetzes verschiedene Folgen: Kraft Gesetzes entsteht dann etwa eine Pflicht zur Durchführung des Fernunterrichts und nach dem Ende einer solchen Notsituation haben die Schulen Lernstandserhebungen durchzuführen, um entstandene Defizite zu erfassen und sich zügig um deren Beseitigung zu kümmern.

Die ASJ Ostsachsen betont, dass die pädagogische Freiheit der Schulen und Lehrkräfte unangetastet bleibt. Je nach technischer Ausstattung und pädagogischer Einschätzung soll digital unterrichtet werden. Damit dies im Bedarfsfall möglichst bald und flächendeckend geschehen kann, enthält ihr Gesetzentwurf eine programmatische, aber gleichwohl verpflichtende Forderung an die Staatsregierung, die notwendigen Voraussetzungen für den digitalen Fernunterricht unter Berücksichtigung sozialer Aspekte sachsenweit zu schaffen. Zur Vorbereitung darauf erhalten die Lehrkräfte ein gesetzlich verankertes Recht, sind aber unter Umständen auch verpflichtet, sich im Bereich der digitalen Lehre fortzubilden.

„Wir sind überzeugt, dass unser Vorschlag die Diskussionen um verbindliche Konzepte des Fernunterrichts und die Digitalisierung der Schulen in gehörigem Maß voranbringen wird“, meint Andreas Ueberbach. „Es hilft nichts, die durch die Pandemie offen zutage getretenen Probleme solange zu ignorieren, bis wir ihre Kurz- und Langzeitfolgen zu spüren bekommen. Wir sehen uns moralisch verpflichtet, größeren Schaden von der Generation abzuwenden, die von dieser Krise am nachhaltigsten betroffen ist. Nutzen wir also die Chance und machen wir aus der Not eine Tugend!“

Kontakt: Andreas Ueberbach (asj-ost@spd-sachsen.de)

Pressemitteilung vom 07.12.2020

Klardenken statt "Querdenken"! Wer sich nicht an Hygiene-Auflagen hält, soll nicht demonstrieren dürfen! Die ASJ Ostsachsen fordert vor dem Hintergrund der aktuellen Bremen-Entscheidung des BVerfG eine strenge Prüfung der für den 12.12.2020 angemeldeten "Querdenken"-Demonstration.

Der Vorsitzende der ASJ Ostsachsen, Andreas Ueberbach, erklärt hierzu: 
"Die Verhältnisse in Dresden sind nicht wesentlich anders als in Bremen. Legen die Demo-Veranstaltenden kein wirksames Hygienekonzept vor oder droht ein solches Konzept nicht konsequent umgesetzt zu werden, ist der Schutz der Allgemeinheit vor Verbreitung der Krankheit wichtiger als diese Art, das Grundrecht der Versammlungsfreiheit auszuüben. Eine Wiederholung des Trauerspiels von Leipzig darf es nicht geben. Die Landeshauptstadt Dresden muss jetzt beweisen, dass der Gesundheitsschutz hier genauso ernst genommen wird wie in Bremen und Mannheim. Alles andere wäre ein Schlag ins Gesicht der Anständigen, die sich an die Coronaschutzmaßnahmen halten, damit unser Gesundheitssystem nicht überlastet wird. Die Dresdner Versammlungsbehörde sollte sich sehr genau anschauen, wer durch ihre Stadt ziehen will und sich gut überlegen, welches Verhalten von diesen Menschen zu erwarten ist."

 

Hintergrund:
Das Bundesverfassungsgericht hat am 05.06.2020 die Entscheidung des OVG Bremen bestätigt. Die "Querdenken"-Demonstration in Bremen blieb darum untersagt. Die Behörden der Hansestadt haben dieses Verbot konsequent durchgesetzt. Auch in Mannheim hat der Verwaltungsgerichtshof eine geplante "Querdenken"-Demonstration in der Stadt endgültig verboten (https://www.zeit.de/politik/deutschland/2020-12/querdenken-anti-corona-protestdemonstrationsverbot-bremen-mannheim).
Für den 12.12.2020 ist eine ähnliche Veranstaltung in Dresden geplant. Da viele Teilnehmer derartiger Demos die Gefahren der Pandemie leugnen, muss damit gerechnet werden, dass notwendige Hygieneauflagen nicht befolgt werden. Laut Pressemitteilungen erhärten sich außerdem  Hinweise, dass sich Rechtsextreme in ganz Deutschland gegenwärtig vernetzen, um die Demo für ihre Zwecke zu missbrauchen (https://www.tagesschau.de/investigativ/dresden-querdenken-101.html?).

Cordula hat sich über viele Jahre nicht nur in der ASJ und in der SPD für die gerechte Sache eingesetzt, sondern war auch als Rechtsanwältin stets für alle Hilfesuchenden ansprechbar. Sie wird uns so fehlen!
Cordula hat sich über viele Jahre nicht nur in der ASJ und in der SPD für die gerechte Sache eingesetzt, sondern war auch als Rechtsanwältin stets für alle Hilfesuchenden ansprechbar. Sie wird uns so fehlen!

Pressemitteilung vom 09.11.2020

Zum Versagen der Behörden im Umgang mit der Coroanaleugnerdemo am 07.11.2020 erklärt Andreas Ueberbach, Vorsitzender der ASJ Ostsachsen:

 

„Man muss die Entscheidung des Oberverwaltungsgerichts nicht richtig finden, aber aus heiterem Himmel ist sie nicht gefallen. Dennoch waren die Sicherheitsbehörden offenkundig nicht genügend auf die Situation vorbereitet. Es steht aufgrund der konkreten Umstände zu vermuten, dass die Polizei gar nicht ernstlich vorhatte, die leicht vorhersehbaren Auflagenverstöße zu unterbinden und effektiv zu verfolgen. Hat das Innenministerium von vornherein vor den Demonstrierenden kapituliert? Wie will man den Menschen vermitteln, dass die Stilllegung ganzer Teile des Wirtschaftslebens und stärkste Einschränkungen ihrer persönlichen Freiheit verhältnismäßig sind, wenn man zur gleichen Zeit tatenlos zusieht, wie 20.000 Menschen aus ganz Deutschland absichtlich und angekündigt ein "Superspreader-Event" veranstalten? Wir verlangen von Staatsminister Prof. Dr. Roland Wöller eine Erklärung!“

 

Hintergrund: 

Nachdem das Oberverwaltungsgericht Bautzen die zunächst nach außen verbannte "Querdenker"- Demo kurzfristig am 7. November doch noch in der Leipziger Innenstadt erlaubt hatte, verlor die Polizei spätestens im Lauf der Versammlung die Kontrolle über das Geschehen. Obwohl die Versammlungsbehörde wegen verschiedener Auflagenverstöße schließlich anordnete, dass die Kundgebung aufzulösen sei, und Umzüge untersagt waren, zogen weiterhin Tausende durch die Innenstadt. Nach Einschätzung der Polizei trugen 90 Prozent der Teilnehmer keinen Mund-Nasen-Schutz. Polizeiketten wurden durchbrochen und es soll zu Prügeleien und jagdähnlichen Szenen unter Beteiligung offenkundig Rechtsextremer gekommen sein. Die Journalistengewerkschaft DJU berichtet, mindestens 32 Journalistinnen und Journalisten seien von körperlichen Angriffen und Behinderungen betroffen. Nach Angaben des SPIEGEL sollen die Verantwortlichen der Polizei schon vorab damit gerechnet haben, dass die Lage bei so vielen Menschen auf engem Raum aus dem Ruder laufen könnte.

 

Bundesjustizministerin Christine Lambrecht (SPD) erklärt heute, dieses Verhalten sei durch nichts zu rechtfertigen, und verurteilt die Angriffe gegen die Polizei und die Presse scharf. Der SPD-Landtagsabgeordnete Albrecht Pallas fordert eine Auswertung des Geschehens in einer Sondersitzung des Innenausschusses des Sächsischen Landtags.

 

Der Leipziger Polizeipräsident Torsten Schultze verteidigt in einem Videostatement das Vorgehen der Polizei. Der Einsatz habe drei Ziele gehabt: die Gewährleistung eines friedlichen Verlaufs, die Verhinderung möglicher Gewalttaten und die Durchsetzung des Infektionsschutzes. Die ersten beiden Ziele seien weitgehend erreicht worden, das dritte Ziel nicht. Um dieses zu erreichen, sei  Gewaltanwendung nicht angezeigt gewesen. Man bekämpfe eine Pandemie nicht mit polizeilichen Mitteln, sondern nur mit der Vernunft der Menschen. Der sächsische Innenminister Roland Wöller (CDU) bezeichnete zwar die Eilentscheidung des Oberverwaltungsgerichts als unverantwortlich, sah aber keinen Grund, das Vorgehen der Polizei zu kritisieren.

Pressemitteilung vom 02.11.2010

Corona-Schutzmaßnahmen für Sachsen nur noch
nach einer gesamtgesellschaftlichen Diskussion!

 
Die Arbeitsgemeinschaft der sozialdemokratischen Juristinnen und Juristen (ASJ) Ostsachsen fordert die Sächsische Staatsregierung auf, zukünftige Corona-Schutzmaßnahmen nur noch nach breiter, öffentlicher Debatte und in einem transparenten Verfahren zu treffen. Rechtsverordnungen sind dafür nur dann geeignet, wenn ein Gesetzgebungsverfahren nicht in Betracht kommt. 
Ihr Vorsitzender, Andreas Ueberbach, dazu: 
“Rechtsverordnungen der Landesregierung mögen grundsätzlich einen schnellen und effektiven Weg darstellen, Regelungen zum Schutz der Bevölkerung zu treffen. Doch je länger die Krise anhält, desto deutlicher werden die Nachteile dieser Vorgehensweise. Eine lebendige Demokratie erfordert die Beteiligung aller Betroffenen, damit ihre Interessen gegeneinander abgewogen werden können. Eine Vorlaufzeit von wenigen Tagen oder Wochen sollte in unserer modernen, gut vernetzten Gesellschaft heute kein unüberwindbares Problem mehr darstellen. Wir fordern darum die sächsische Landesregierung zu einem öffentlichen Dialog insbesondere mit Vertreterinnen und Vertretern der Gastronomie, der Touristikbranche, der Kulturschaffenden und Schulen auf! Nur auf dieser Grundlage und nur, wenn ein Gesetzgebungsverfahren nicht rechtzeitig durchführbar ist, sollte die Landesregierung über die Fortgeltung der aktuellen Coronaschutzverordnung entscheiden.”
 
Hintergrund:
Die von der Sächsischen Staatsregierung beschlossenen Corona-Schutzmaßnahmen werden in Form einer ab dem 2. November 2020 gültigen Rechtsverordnung umgesetzt. Das Grundgesetz sieht diese Vorgehensweise in Artikel 80 vor. § 32 Infektionsschutzgesetz des Bundes enthält eine entsprechende Ermächtigungsgrundlage für die Bundesländer. Rechtsverordnungen sind aber nur ausnahmsweise zulässig, denn alle wesentlichen abstrakt-generellen Regelungen, vor allem soweit sie Grundrechte beeinträchtigen können, unterliegen dem Gesetzesvorbehalt, müssen also von Parlamenten beschlossen werden. Die Eilbedürftigkeit der Coronaschutzmaßnahmen kann zwar auch nach Ansicht der ASJ Ostsachsen unter Umständen den Erlass einer Rechtsverordnung durch die Landesregierung rechtfertigen, die Absprachen der Ministerpräsidentinnen und -präsidenten mit der Bundeskanzlerin konnten aber nach Art. 80 Abs. 6 GG ebenso gut durch Gesetz umgesetzt werden.

Pressemitteilung
vom 11.09.2020

Keine Gewalt! Zu den Ausschreitungen in Leipzig Connewitz erklärt Andreas Ueberbach, Vorsitzender der ASJ Ostsachsen:

 

„Wir verurteilen die Gewalt, die von Randalierern gegen Autos, Fensterscheiben und sogar gegen Personen geübt wurde, ganz entschieden. Jeder und jedem steht das Recht zu, gegen tatsächliche und vermeintliche Missstände auf die Straße zu gehen, sich zu versammeln und zu demonstrieren. Das kann sich auch gegen die sich ständig verschärfende Wohnsituation richten; es muss dringend bezahlbarer Wohnraum geschaffen werden! Wenn in Leipzig vorhandener Wohnraum aus spekulativen Gründen leer steht, weil die Eigentümer auf Abrissgenehmigungen und die Errichtung von Luxuswohnungen setzen, muss die Frage erlaubt sein, ob der Gebrauch dieses Eigentums zugleich der Allgemeinheit nutzt (Artikel 14 Abs. 2 Satz 2 GG). Da sind auch kreative Formen des Protests erlaubt. Der Zweck heiligt aber nicht alle Mittel. Keine Wohnungsnot kann diesen Bruch unserer rechtsstaatlichen Ordnung rechtfertigen; eine solche Ausübung von Gewalt gegen Personen oder gegen Sachen ist niemals legitim. Damit soll immer eine Stimmung der Angst und der Einschüchterung erzeugt werden. Dies hat mit akzeptablen Formen der politischen Auseinandersetzung in einem demokratischen Rechtsstaat nichts zu tun und schadet der Sache.“

 

Pressemitteilung
vom 31.08.2020

Versammlungs-behörde darf „Pegida“ nicht privilegieren.  Klare Haltung der SPD-Stadtratsfraktion zahlt sich aus!

 

Zu der Nachricht, die Versammlungsbehörde der Landeshauptstadt Dresden habe vorläufig untersagt, dass Lutz Bachmann zumindest für heute Versammlungsleiter einer Pegida-Demonstration sein dürfe, erklärt für die ASJ Ostsachsen deren Mitglied Harald Baumann-Hasske, zugleich Bundesvorsitzender der ASJ:

„Wir begrüßen, dass die Stadt endlich genau hinschaut und das Verhalten von Pegida und seiner Repräsentanten auch versammlungsrechtlich würdigt. Hier zahlt sich aus, dass die Öffentlichkeit das Treiben dieser Gruppierung seit langem kritisch im Auge hat. Gerade Stadtrat Richard Kaniewski, in der SPD-Fraktion zuständig für Ordnungspolitik, hat immer wieder angemahnt, Pegida und Gegendemonstranten nicht mit zweierlei Maß zu messen. Viele Jahre galt offensichtlich die Prämisse, bei Pegida handele es sich dauerhaft um den Erstanmelder der Demonstrationen und alle anderen seien „deren“ Störer. Strafbare oder die öffentliche Sicherheit und Ordnung gefährdende Äußerungen bei Pegida schienen keine versammlungsrechtlichen Konsequenzen zu haben. So gesehen ist die Mitteilung, negativ auffällige Persönlichkeiten nicht mehr als Ordner zulassen zu wollen, nun als Ankündigung der Stadt zu verstehen, endlich ihre gesetzlichen Aufgaben konsequent wahrzunehmen. Es bleibt abzuwarten, ob und wie die Landeshauptstadt Dresden jetzt tatsächlich den immer wieder aufkeimenden Verdacht ausräumen will, sie schone ausgerechnet die erklärten Gegner von Demokratie und Rechtsstaat und gängele deren Verteidigerinnen und Verteidiger gleichzeitig.“

Hintergrund:

Nach eigenen Angaben * hat die Versammlungsbehörde der Landeshauptstadt Dresden dem PEGIDA-Förderverein e.V. am 26.08.2020 mitgeteilt, dass der für die heutige Demo vorgesehene Versammlungsleiter als "unzuverlässig im Sinne des Versammlungsrechts" eingestuft werde, weil er zuletzt nicht eingeschritten sei, als ein Redner Anweisungen an die Demonstrierenden gegeben habe, die geeignet gewesen seien, „den störungsfreien Ablauf der Kundgebung auf dem Neumarkt zu gefährden“. Dieser Redner dürfe am 31.08.2020 darum nicht als Ordner auftreten.

Der ordnungspolitischer Sprecher der SPD-Fraktion Dresden, Richard Kaniewski, hat diese Schritte begrüßt**. Es sei gut, dass Lutz Bachmann vorerst nicht mehr als Ordner auftreten dürfe Seine Hoffnung, dass die Stadtverwaltung „Pegida“ auch in Zukunft Grenzen aufzeige, verband er mit dem Angebot der SPD-Fraktion, das weitere Engagement der Stadt zu unterstützen.


ASJ Sachsen

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